In den Osten nach Agios Nikolaos

Da sich nicht allzuviel getan hat, sind die nächsten 3 Tage zusammengefasst:

Donnerstag, 07. Mai

Heute ziehen wir um nach Agios Nikolaos. Es ist eine lange Fahrt von 3,5 Std. die Nordküste entlang. Wir nehmen die Autobahn bis nach Heraklion, dahinter biegen wir nach Süden auf kleine Straßen ab und fahren zur Lassiti Hochebene. Von den bunten Feldern mit Eseln und Windrädern ist nichts mehr übrig. Die Straßen wurden für Tourismus und Wirtschaft verbreitert und unansehnliche Schutthalden finden sich überall an den steilen Hängen. Wir sind entweder 4 Wochen zu früh für die Blütenzeit dran, oder alles hat sich in den 27 Jahren brutal verändert. Wir umfahren die Ebene ohne großartig Fotos zu machen und machen uns dann auf durch kleine Bergstraßen in Richtung Agios Nikolaos. Unterwegs in einem kleinen Bergdorf halten wir an einer gut bewerteten Taverne bei Sto Stiki an und erhalten ein bodenständiges Essen. Die Wirtin bremst uns zum Glück bei unserer Bestellung ein. Bestellt haben wir Brot, griechischen Salat, 2 Souflaki-Spieße mit Pommes und Fleischküchlein. Wir schaffen die Menge aber trotzdem fast nicht. Dafür zahlen wir den fast lächerlichen Betrag von 29 EUR. Und zum Abschluß gibt’s einen sehr guten Raki und den obligatorischen Nachtisch.

Als wir zur vereinbarten Zeit in unserem Appartment „Vengalis Villas“ unterhalb von Agios Nikolaos ankommen wartet der Hausherr bereits auf uns. Wir sind fast die einzigen Gäste. Unsere Ferienwohnung mit 2 Schlafzimmern, Küche, Wohnzimmer und Bad hat eine große Terrasse mit einem tollen Blick auf den Pool und das glasklare Meer. Die Küste entlang gibt es zahlreiche Hotels und Wohnanlagen. Unsere liegt recht einsam am Wasser an einer kleinen Felsbucht. Wir hoffen auf die steigenden Temperaturen, damit wir Pool und Meer an den letzten Tagen noch nutzen können.

Freitag, 08. Mai.

Unser Appartment ist mit Frühstück gebucht. Wir bekommen eine Riesenauswahl und eine Menge, die wir nicht schaffen. Für morgen haben wir einige Sachen abbestellt. Das Wetter ist diesig, bewölkt und stetiger Südwind aus Afrika macht keinen Spaß. Wir hängen bis Mittag auf der Terrasse ab und beschließen zum Mittagessen nach Elounda zu fahren. Helmut hat eine Pizzeria herausgesucht. Wir haben mal Lust auf etwas anderes als griechisches Essen.

Elounda stellt sich als netter Ferienort heraus. Wir bekommen einen kostenlosen Parkplatz etwas außerhalb und die Pizza vom Holzofen ist auch recht gut. Danach machen wir einen Verdauungsspaziergang die Promenade entlang. Alles ist überschaubar und recht beschaulich. Es gibt sogar noch Fischerboote, auf denen die Fischer die Netze flicken. Uns fehlt noch für abends eine Flasche Wein, aber die kleinen Supermärkte an der Hauptstraße haben Touristenpreise. Zum Glück kommen wir auf dem Rückweg noch am Supermarkt in Agios Nikolaos vorbei. Den Abend verbringen wir im Wohnzimmer, draußen bläst ein unangenehmer Wind. Aber morgen soll es sonnig und warm werden…

Samstag, 09. Mai. 2026

Es ist wie im Wetterbericht angekündigt warm und sonnig. Das reduzierte Frühstück schaffen wir gerade so und brechen um halb elf auf Richtung Süden nach Ieropetra, eine Küstenstadt an der Südküste. Angeblich autentisches, untouristisches Kreta. Wir sind gespannt.

Der Weg führt uns auf kleinen Wegen durch die karstigen, landwirtschaftlich nicht nutzbaren Berge. Wir fahren durch das gerühmte Bergdorf Anatoli. Die Umgebung ist recht nett. Hier gibt es an den Hängen Olivenhaine, kretische Ebenholzsträucher mit lila Blumen blühen die Hänge entlang und überall, wo wir anhalten, sind Bienen emsig am Pollensammeln. Der getrübte Blick in die Ebene zeigt viele Plastikgewächshäuser, in denen Tomaten und Gurken gezogen werden. Der Ort Ieropetra ist nicht so ansprechend, dass wir anhalten müssen. Wir fahren noch ein paar km nach Osten, die Küstenstraße entlang, wo sich Ferienanlage an Anlage reiht, dazwischen Häuser und Unternehmen. Alles in allem nicht so besonders hübsch; und im Hintergrund die Gewächshäuser.

Wir kehren um und fahren nach Agios Nikolaos. Zur Besichtigung und zum Mittagessen. Die Innenstadt mit dem kleinen, von steilen Felsen umragten See ist sehr nett hergerichtet. Wir suchen uns ein gut bewertetes Lokal, das Essen schmeckt uns allerdings heute nicht besonders. Dafür ist es auch doppelt so teuer als gestern. Und zum ersten Mal gibt es keinen Raki 😢 nach dem Essen. Danach umrunden wir den kleinen See, von oben hat man einen sehr schönen Blick auf die Stadt und das Meer, das heute tiefblau leuchtet. Die Küstenstraße ist mit dem blauen Meer ein echter Hingucker und von unserer Terrasse aus können wir noch ein wenig abhängen und die Aussicht genießen. Der Wind bläst immer noch ziemlich stark von Süden her und vergällt uns die Lust den Pool auszuprobieren.

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