Am Morgen haben wir wie von unserem Vermieter prophezeit einen schönen Blick auf den Vulkan Poas. Eine niedrige Wolkendecke hängt auf halber Höhe und die Sicht ist wunderbar klar. Wir bekommen ein deftiges Frühstück und erstmals richtig schönes Baguette dazu. Nur die Butter ist wie immer Mangelware. Entweder ist sie hier so teuer oder wir verbrauchen zu viel. Wir kaufen noch ein paar Packungen Biokaffee, der am Morgen gut geschmeckt hat. Dann brechen wir auf zum letzten Hotel, wieder wie am ersten Tag das Buena Vista in Flughafennähe in Alajuela.
Um nicht durch den stressigen Verkehr von San José zu müssen, entscheiden wir uns eine mit Google zurechtgebogene Strecke südlich von San José durch die Berge zu fahren. Bei Nachfrage meint unser Vermieter wir müssten mit sehr schmalen Straßen rechnen, es sei ein Abenteuer. Das war es auch – aber anders als wir dachten: Zuerst mussten wir durch das städtische Gebiet von Cartago, einem Vorort von San José. Als wir auf der vierspurigen Straße links abbiegen sollten, kam aus genau dieser Straße trotz roter Ampel ein etwa 15m langer Sattelschlepper und brauchte Platz auf allen 4 Spuren.
Wir waren genau im Weg auf unserer Linksabbiegerspur, zurück ging nichts wegen der nachfolgenden Autos. Helmut hat sich bemüht Platz zu machen und nach links an den Rand zu fahren. Dann hat es einen gewaltigen Schlag getan und unser linkes Vorderrad stand im einzigen Gullischacht weit und breit, bei dem zudem der Deckel fehlte. Sch…. dachte ich, das war‘s jetzt: jetzt steht der LKW auf der Straße und blockiert alles, und wir müssen auch noch abgeschleppt werden. Aber dann kam ein Mann angesprungen und hat gemeint, er hebt uns raus. Und tatsächlich, das hat zusammen mit dem Vierradantrieb geklappt. Nichts kaputt, nur die Felge hat einen ordentlichen Kratzer abgekriegt. Ein anderer Mann hat den Verkehr rundherum organisiert, und dann konnte der LKW um die Ecke fahren und wir links abbiegen. UFF!!! Ein paar Meter weiter hat Helmut dann das Auto nochmal inspiziert, aber dank der Abschleppöse, die den Schlag leicht verbogen aufgefangen hat, alles ok. So haben wir dann unseren Weg fortgesetzt.
Nach ein paar km wurde es dann ländlicher und es ging tatsächlich auf schmalen Wegen sehr steil bergauf und bergab. Wir hatten super Aussichten in tiefe Täler und auf die Vulkane Irazú und Poas! Der Weg war grün und farbenreich. WAZE hat uns hin und her navigiert und immer mal wieder vor einem großen Schlagloch und den vielen Schwellen zur Geschwindigkeitsregulierung gewarnt. Man hatte das Gefühl durch das echte Costa Rica zu fahren, fernab der Touristenwege.
Nach über 3 Stunden Fahrzeit rauf und runter, hin und her, aber viel schöner als der Weg durch die Stadt, sind wir dann im Hotel Buena Vista angekommen. Das Zimmer war nicht so wie es sich Helmut im Internet angesehen hatte. Er hat dann interveniert und wir sind auf die andere Hausseite mit Blick auf den Pool umgezogen.
Wir haben uns die Preise für das Essen im Hotel angesehen und beschlossen nicht den doppelten ortsüblichen Preis zu zahlen. So sind wir nochmal losgezogen und haben schließlich 1 km unterhalb an einem Restaurant gegessen, mit schöner Aussicht auf das weite Tal, San José, den Flugplatz und die Berge, die wir heute durchquert hatten. Das Essen war ganz ordentlich, die frisch zubereiteten Fruchtsäfte wie immer sehr lecker, die Bedienung freundlich und wir haben wirklich nur die Hälfte bezahlt. Dabei haben wir zudem eine super Aussicht genossen und zahlreichen Flugzeugen bei Start und Landung zugesehen. Den Rest des Nachmittags lassen wir auf dem schönen Hotelgelände ausklingen. Der Abend gehört per Mediathek wieder den Fastnachtsveranstaltungen in Deutschland – es wird Zeit nach Hause zu fliegen…






































