Gegen 9 Uhr holen zwei Mitarbeiter unsere Koffer ab und bringen sie zum 700 m entfernten Parkplatz. Dann starten wir Richtung Süden, wieder über die Interamericana und den Cerro de la Muerte, mit 3451 m den höchsten Punkt der gesamten Panamericana. Das Wetter ist schön und man kann auf der einen Seite das karibische Meer und auf der anderen Seite den Pazifik sehen – wenn man an der vielbefahrenen Straße anhalten könnte. Die Vegetation ist auf jeden Fall atemberaubend: hohe Bäume, flechtenbehangen und mit vielen Bromelien besetzt, Farne mit 2 m langen Wedeln, blühende Disteln 2,50 m hoch. Man hat eine Sicht wie aus dem Flugzeug, auf dem Weg in tiefere Lagen kreuzen wir die Passatbewölkung und fahren durch teilweise dichten Nebel. In dieser Höhenlage ist die Heimat von zahlreichen blühenden Büschen, Blumen und großen Farnen im dichten, grünen Wald.
Danach geht es vorbei an Zuckerrohrfeldern, die gerade abgeerntet werden. Zahlreiche hochbeladene LKWs mit Zuckerrohr kommen uns entgegen. Danach folgen riesige Ananasplantagen, am Wegesrand ein Verpackungsbetrieb von El Monte. Wir fahren von über 3000 m Höhe hinunter ins Tiefland auf 160 m Höhe. Die Temperaturen wechseln von 12 Grad auf 30 Grad. Dann geht es wieder in die Höhe durch San Vito bis zum heutigen Ziel, der OTS Station San Cruces. Es ist eine Forschungsstation für tropische Pflanzen mit einem großen botanischen Garten, unter anderem der zweitgrößten Palmensammlung weltweit. Mitten im Garten sind wir untergebracht, mit Blick auf Palmen, Regenwald und viele tropische Pflanzen. Im Garten sehen wir Agutis beim Grasen und sich zankende Nasenbären toben über das Gelände.
Es ist ein fantastischer Ort. Die Gebäude und das Interieur sind auf Studenten ausgelegt, aber das stört uns nicht im geringsten. Wir erhalten das Orchideen-Zimmer – ein gutes Omen. Die nette Rezeptionistin hat uns gewarnt, dass das Abendessen eher Mensa-Charakter hätte. Es gibt sehr leckeres Hähnchen mit Bohnenmus, Salat und gebackene Bananentortillas. Als Dessert bekommen wir die besten Ananas, die man auf der Welt erhalten kann. Süß, saftig und unfassbar aromatisch. Mit der nötigen Bettschwere machen wir bald das Licht aus.












































































