Da man in und um Uis über das hinaus, was wir bei der Hinfahrt ohnehin schon gesehen hatten, bei mehr als 36 Grad wenig unternehmen kann, bleiben wir in unserer geräumigen Hütte und sortieren Bilder für die Website. Mittags gibt’s im Restaurant ein gutes Essen und ein kühles isotonisches Getränk 😉. Wir waschen Wäsche und ruhen uns aus: muss auch mal sein. Morgen geht wieder weiter.
Nach dem Frühstück brechen wir auf zur Twyfelfontain Lodge im Damaraland. Da Uis für die folgenden Tage die größte Ansiedlung ist, fahren wir noch zum Supermarkt und frischen unsere Wasservorräte auf. Der Supermarkt scheint außerdem ein örtlicher Treffpunkt zu sein, neben dem Lebensmittelmarkt gibt es einen Alkoholshop und eine Bankfiliale. Im Laden läuft deutsche Marschmusik aus der Zeit vor den Weltkriegen: verstehen tut das dort wahrscheinlich niemand, aber der Rhythmus scheint zu gefallen…
Direkt hinter Uis werden wir von einem Kind mit einer Ziegenherde um Wasser angebettelt. Wir drehen um und schenken ihm die 1,5 l Flasche Wasser. Er will dann auch noch Süßigkeiten, stockt hoch auf 10 N$ für ein Foto, bekommt natürlich alles und beginnt sofort zu trinken. Wenige Kilometer weiter steht ein Mann und bittet um Wasser. Er bekommt einen unserer 5l-Kanister.
Für uns ist das schockierend, anscheinend ist Trinkwasser hier keine Selbstverständlichkeit. Wir denken nicht nur an unsere morgendliche warme Dusche. Es gibt hier keinen Staat, der da selbstverständlich hilft und an den man Forderungen stellen kann, so wie wir in Deutschland es inzwischen so gerne tun. Da wird uns erst bewusst, dass wir uns im ärmsten Teil Namibias befinden, einer Gegend, in der dem durchschnittlichen Einwohner weniger als 1 USD täglich zur Verfügung steht! Das sollte man einmal mit den „Sorgen“ vergleichen, die wir in Deutschland zu beklagen haben.
Wir fahren dann noch durch einige traditionelle Himba-Siedlungen, die man gegen Geld fotografieren kann. Öfter sehen wir am Straßenrand Ziegenherden, die in dem goldenen Gras herumstreifen.
Nach 100 km müssen wir die schön geebnete Gravelroad verlassen, als wir nach Westen abbiegen. Dann wird’s leider wieder steinig, buckelig und mühsam. Der Allradantrieb wird wieder zugeschaltet, obwohl das an der Rüttelei auf den Wellblechpisten nichts ändert.
Am Nachmittag erreichen wir unser Ziel, die Twyfelfontain Lodge. Man hat die Lodge vor eine Felswand gesetzt, große Felsbrocken wurden vor mehr als 2000 Jahren von den San mit Felsgravierungen versehen, die man auf dem Weg zur Rezeption passiert.
Leider haben wir schon beim Abendessen bemerkt, dass die hohen Erwartungen, die wir vom letzten Besucht hatten, nicht mehr erfüllt wurden. Das leckere Essen von damals ist Kantinenniveau gewichen, der Weißwein war warm, und als noch 2 große Touristengruppen eintrafen, war das Personal heillos überfordert. Außerdem gab es an beiden Tagen die genau gleiche Essensauswahl auf niedrigem Niveau. Auffallend war auch die Unfreundlichkeit der meisten Bediensteten, die ohne zu grüßen an uns vorbeigingen. Das Preis-Leistungsverhältnis in dieser Lodge stimmt überhaupt nicht mehr. Wir vermuten, dass mit dem Wechsel des Managements in einheimische Hände das westliche Niveau nicht gehalten werden konnte. Auch als am zweiten Tag ein Gewittersturm über die Lodge hereinfällt und Stühle, Kissen und Sonnenschirme herumwirbelt, ist nichts von irgendeiner Koordination zu bemerken: dafür ist niemand eingeteilt, und so macht man auch nichts. Auch am nächsten Tag liegen die umgestürzten Sonnenschirme noch herum…













































